Kurzantwort
Eine gute Praxissoftware für Hebammen nimmt dir nicht die Arbeit am Menschen ab. Sie nimmt dir das Suchen ab: Wo war der letzte Termin? Welche Leistung gehört dazu? Ist die Rechnung vollständig? Und was muss noch raus?
Du findest solche Programme auch unter Hebammensoftware, Hebammenabrechnungsprogramm oder Rechnungsprogramm für Hebammen. Entscheidend ist nicht der Name, sondern ob der Weg zu deiner tatsächlichen Arbeit passt.
Für eine Solo-Praxis zählt deshalb der ganze Weg: Besuch → Dokumentation → Rechnung → validierter Export. Nicht nur ein hübscher Kalender.
Woran du gute Software erkennst
Nach einem langen Hausbesuch willst du nicht noch einmal alles zusammensuchen. Achte darauf, dass du:
- Patientin, Termin und Notiz an einer Stelle findest
- Leistungen aus dem Gebührenverzeichnis sicher auswählen kannst
- Kilometer und Wegegeld (50100–50400) sowie Zuschlagszeiten der Leistung klar getrennt erfassen kannst
- eine verständliche PDF-Rechnung und den Begleitzettel erzeugst
- einen geprüften Export als Abrechnungspaket mitnehmen kannst
Kalender, Fahrtenbuch, Kurse und eine gute Akte sind keine Extras. Sie entscheiden, ob der Abend ruhig bleibt oder wieder mit Nachtragen endet.
Beim Wegegeld gilt seit dem Hebammenhilfevertrag ab 01.04.2026: keine Tag-/Nacht-Kennzeichnung mehr für den Weg und keine alten ≤2-km-Pauschalen — siehe Wegegeld und Kilometer.
„Elektronische Abrechnung“ ehrlich einordnen
Elektronisch bedeutet nicht automatisch: Jede Krankenkasse nimmt die Rechnung an. Ein sauberer und realistischer Weg ist heute oft ein validierter Export mit geführter Einreichung. Die Annahme durch Kostenträger oder Datenannahmestellen hängt vom konkreten Verfahren und Partner ab.
MIDWIFELY ist in der Testphase: Export und Vorbereitung ja, allgemeine GKV-Einreichung noch nicht freigeschaltet. Eine Software, die diese Grenze offen ausspricht, ist hilfreicher als ein großes Versprechen.
Hebammensoftware vergleichen: sieben Fragen vor der Entscheidung
Eine lange Funktionsliste macht noch keine gute Hebammensoftware. Teste lieber einen echten Arbeitstag und prüfe sieben Dinge:
- Bleiben alte Rechnungen mit ihrer damaligen Katalogversion korrekt?
- Kannst du Leistungen direkt nach dem Besuch mobil erfassen?
- Findest du offene Dokumentation und Abrechnung ohne Zettelstapel wieder?
- Bekommst du PDF, Begleitzettel und Export nachvollziehbar zusammen?
- Ist klar, wo Patientinnendaten verarbeitet werden und wer Zugriff hat?
- Kannst du deine Praxisdaten vollständig wieder exportieren?
- Lassen sich Daten aus deinem bisherigen Programm übernehmen, ohne alte Rechnungen stillschweigend umzudeuten?
Wenn du verschiedene Programme vergleichst, nimm dieselbe fiktive Patientin und denselben Hausbesuch. So vergleichst du den tatsächlichen Ablauf statt Marketingseiten.
Hebammensoftware wechseln, ohne die Vergangenheit zu verlieren
Ein Wechsel ist kein normaler Datei-Upload. Kontakte, Kinder, Termine und alte Rechnungszeilen haben Beziehungen und unterschiedliche historische Regeln. Deshalb sollte ein Import sichtbar machen, was sicher übernommen wurde und was du noch prüfen musst.
MIDWIFELY unterstützt aktuell Importe aus miya (ZIP/CSV) und Hebamio (Datensicherung-JSON). Rechnungszeilen kommen zur Prüfung an; Dokumente, Kurse und Partnerdaten werden nicht pauschal als vollständig versprochen. Für andere Programme prüfen wir den Export gemeinsam.
Fazit
Praxissoftware lohnt sich, wenn sie dich nach dem Besuch auffängt: dokumentieren, prüfen, abrechnen — ohne den ganzen Weg noch einmal von vorn zu suchen. MIDWIFELY ist für genau diesen Faden gebaut.